Digitalkameras Basiswissen:

Worauf es bei einer Digitalkamera ankommt:

 


Auflösung Sensor Bildqualität Focus Ausstattung

Allgemeines :

Die Werbung oder Reklame verspricht die beste Kamera mit top Ausstattung zum kleinsten Preis. Was als Schnäppchen bei den Discounter angepriesen wird entpuppt sich nachträglich oft als flop. Damit Sie solche unangenehmen Überraschungen nicht erleben müssen, sollten Sie diesen Artikel lesen oder das Fachwissen eines Spezialisten einholen.
Wir erklären Ihnen hier technische Fachbegriffe und was diese für konzequenzen haben können. Wir versuchen die technische Materie so einfach wie möglich und trotzdem verständlich zu erklären.

Fotoapparate kann man ganz allgemein in zwei Gruppen einteilen:
Spiegelreflexkameras und in Sucherkameras.
Als Spiegelreflexkamera bezeichnet man in der Photografie eine Kamera, die im Gegensatz zur Sucherkamera zur Betrachtung des Motivs das Objekt mittels eines Spiegels vorher auf eine Mattscheibe im Kameragerhäuse umlenkt. Beide Prinzipien haben sich nun in die Welt der Digitalkameras übertragen. Wer bereit ist, bis zu 1.000 Fr. oder mehr für eine hochwertige Digitalkamera auszugeben, der wird sich fragen, für welches der beiden Prinzipien er sich wohl entscheiden sollte.


Spiegelreflexkamera
SLR-Digitalkamera (digitale Spiegelreflexkamera)
Zunächst zum Funktionsprinzip der SLR-Digitalkamera: Im Gehäuse findet man bei einer SLR-Digitalkamera einen klappbaren Spiegel (Rückschwingspiegel) und ein sogenanntes Pentaprisma, das über der Mattscheibe sitzt und als Sucher dient. Vor und nach der Aufnahme wird das Bild über den Spiegel auf die Mattscheibe projiziert und kann über das Pentaprisma seitenrichtig und aufrecht betrachtet werden. Erst im Moment der Aufnahme wird der Spiegel hoch- oder zur Seite geklappt (Das ergibt das typische Verschlussgeräusch einer SLR-Digitalkamera!), so dass er sich nicht mehr im Weg zur Filmebene befindet und der Film belichtet werden kann, wenn der Verschluss ausgelöst wird. Der Verschluss muß ein Schlitzverschluss sein, der direkt vor der Filmebene liegt.

Der größte Vorteil einer SLR-Digitalkamera besteht darin, grundsätzlich eine Vielzahl von Wechselobjektiven - z.B. Weitwinkel- und Teleobjektive - an einem Gehäuse einsetzen zu können. Anders als bei der Sucher-Digitalkamera können bei Makroaufnahmen keine Parallaxenfehler auftreten; denn der Fotograf betrachtet das aufzunehmende Motiv direkt durch das Objektiv.
Dies erfolgt während und nach der Aufnahme, da die Einstellparameter des Objektivs für Messung und Belichtung immer gleich bleiben. So können Entfernung, Schärfentiefe und Belichtung vollständig ermittelt werden, u.a. auch deshalb, weil die Mattscheibe stets eine exakte Kopie des Bildes erhält.
Wegen ihres hohen Preises werden digitale digitale Spiegelreflexkameras i.d.R. von Berufsfotografen verwendet.

Sucherkameras
Die Sucher-Digitalkamera - auch Kompakt-Digitalkamera genannt - ist zwar in aller Regel im Preis günstiger, weist jedoch einige prinzipielle Nachteile gegenüber der SLR-Digitalkamera auf. Die Übereinstimmung zwischen Sucherbild und dem tatsächlich aufgenommenen Ausschnitt ist nicht optimal, denn es entsteht besonders im Nahbereich die bereits o.g. eine Paralaxe. Hinzu kommt, dass im Sucher eine Kontrolle der Schärfentiefe nicht möglich ist. Ein Gegenstand unmittelbar vor dem Objektiv - z.B. der Trageriemen der Digitalkamera - fällt im Sucherbild nicht auf. Der Einsatz von Wechselobjektiven ist nur bei ganz wenigen professionellen Modellen möglich und bringt dabei nur selten den gewünschen Erfolg.

Allerdings weist die Sucher-Digitalkamera auch einige Vorteile gegenüber der SLR-Digitalkamera auf. So gilt auch in der digitalen Welt, dass Sucherkameras grundsätzlich deutlich leichter und kleiner als Spiegelreflexkameras ausfallen. Da kein Spiegel vor der Aufnahme umklappen muss, laufen Aufnahmen schneller und wesentlich geräuschärmer ab. Das Sucherbild erscheint immer gleich hell, da sich der Lichteinfall nicht in Abhängigkeit vom verwendeten Objektiv ändert.

Fazit
Für Sucher-Digitalkameras findet man am Markt eindeutig die grösste Auswahl. entsprechend günstig sind die Preise. Wem das Standard-Zoomobjektiv ausreicht, der bekommt mit einer Sucher-Digitalkamera bei einem etwa 10% günstigeren Kaufpreis mit 8 Mio Pixel nochmals eine um 30 % höhere Auflösung. Die Frage Sucher- oder SLR-Digitalkamera wird sich somit meist an der Entscheidung für oder gegen Wechselobjektive orientieren. Wenn bereits aus der analogen Welt kompatible Wechselobjektive vorhanden sind, spricht sehr viel für die Anschaffung einer entsprechenden SLR-Digitalkamera.


 

Auflösung der Digitalkamera :

Wer sich für eine Digitalkamera interessiert neigt häufig dazu, dem Feature Auflösung die größte Aufmerksamkeit zu schenken. Dies kann, muss aber nicht immer ein Maßstab für die Schärfe und Farbwiedergabe der Bilder einer Digitalkamera sein - wie Sie beim Lesen dieser Seite feststellen werden (siehe z.B.auch Farbtiefe).
Üblicherweise wird die Auflösung einer Digitalkamera in Megapixel (Millionen Pixel) max. Auflösung angegeben Ein Pixel ist die kleinste digitale Bildinformation. Je mehr Pixel auf ein CCD (siehe Kapitel Sensor) passen, desto feiner und schärfer kann das Bild der Digitalkamera werden und desto größere Ausdrucke können in hoher Qualität erstellt werden. Für Ausdrucke in normaler Fotogröße (und Qualität), z.B.: 10 x 15 cm genügt der Digitalkamera eine Auflösung von 2 Megapixeln. Bei einer hochwertigen Digitalkamera sind 4 Megapixel und mehr Standard. Spricht man von der effektiven Anzahl Pixel, so sind das die Bildpunkte, die tatsächlich für Fotoaufnahmen der Digitalkamera zur Verfügung stehen. Das CCD selbst kann durchaus größer sein und mehr Bildpunkte enthalten. Diese werden jedoch dann für Anzeigen (Text,Datum), Funktionen oder als Ausgleichsbereich für den Biildstabilisator verwendet. Deshalb findet man auch mitunter die zusätzlichen Angaben "brutto" und "netto" für die Auflösung einer Digitalkamera.

Interpolation:
Tauchen in einer Produktbeschreibung unterschiedliche Auflösungen auf oder Sie finden das Wort <Interpolation> , dann ist vorsicht geboten. Keine Kamera kann physikalisch mehr Pixel aufzeichnen als der Sensortyp hergeben kann. Die fehlenden Pixel zu den tatsächlichen Bildpunkten zuzurechnen (interpolieren) ist Unsinn.Diese methode führt nicht zu bessen Bildern, sondern vielmehr zu Unschärfe oder Farbfehler.

Effektive Auflösung:
Die effektive Auflösung ist das Mass, was eine Kamera optisch darstellen kann. Wichtig !!

Sensorauflösung:
Die Sensorauflösung berücksichtigt auch die Bildpunkte welche Licht- und Farbwerte messen, aber nicht für die Bildaufzeichnung benötigt werden.

Bildauflösung:
Die Bildauflösung gibt an, welche Auflösung Sie zusätzlich durch Software-Interpolation direkt in der Kamera erreichen können. Dies natürlich nur auf Kosten der Bildqualität.

Zusammenhang Bildauflösung und Abzug/Vergrösserung :

Anz.Pixel 9x13 cm 10x15 cm 13x18 cm 20x30 cm A4
kleiner 0.8 Mil.Pixel nein nein nein nein nein
1024x768 (0.8 MP) einbusse nein nein nein nein
1280x1024 (1.3 MP) gut einbusse nein nein nein
1600x1200 (2.0 MP) gut gut einbusse nein nein
2048x1536 (3.2 MP) gut gut gut einbusse nein
2272x1920 (4.0 MP) gut gut gut gut einbusse
über 4 Mil.Pixel gut gut gut gut gut

 

.Kaufentscheidung:

> Beim vergleichen von technischen Daten ist die effektive Pixelanzahl massgebend.

> Vorsicht bei der Angabe -Interpolation-

> Richten Sie Ihren Massstab auf die kleinste Auflösung.

 

Sensortyp :

Die Sensorauflösung ist wichtig für die Qualität des Bildes. Je höher dieser Wert ausfällt, desto mehr Elemente stehen zur Registrierung der Farbe und Motivdetails zur Verfügung.
Grundsätzlich werden zwei Sensortypen in Digitalkameras eingesetzt.
CCD (Change Coupled Devices) oder CMOS (Complementary Metal Oxide Semiconductor)

CCD-Sensor:

Das CCD (Charge Coupled Device) ist das Herzstück einer Digitalkamera. Was bei einer analogen Kamera der Film ist, ist bei der Digitalkamera das CCD. Es besteht aus vielen kleinen, meist quadratischen lichtempfindlichen Zellen (CCD-Sensoren), die rasterartig nebeneinander liegen. Das CCD nimmt das vom Objektiv empfangene Licht elektronisch auf. Je kleiner die Zellen (Sensoren) sind, desto höher ist die Auflösung des CCD und damit auch die möglich Bildaulösung. Allerdings ist bei einem hochauflösenden CCD auch der Herstellungsprozess teurer, was sich ganz erheblich auf den Verkaufspreis der Digitalkamera auswirkt.

CMOS-Sensor:
Der CMOS-Sensor arbeitet mit Farbfilter. Grundsätzlich gibt es bei CMOS grosse Qualitätsunterschiede. Günstige CMOS in billig Kameras macht sich dies durch deutlich schlechtere Lichtempfindlichkeit bemerkbar. Bei profikameras ab ca. Fr. 1500.- ist dieser Nachteil aufgehoben .


Kaufentscheidung:

> Kaufen Sie eine Kamera unter Fr. 1500.- immer mit einem CCD-Chip

 

Bildqualität :

Bei einer Digitalkamera bestimmen neben der Pixelanzahl noch einige andere Faktoren die Qualität einer Aufnahme. Auch wenn solche Informationen in der Regel bei Werbeunterlagen zu kurz kommen, wollen wir Faktoren wie Objektiv, Brennweite, Blende und Farbtiefe usw. aufzählen.

Objektiv:
Die erste Wahl für gute Bildqualität einer Digitalkamera ist das Objektiv. Sony setzt hier im hochwertigen Digitalkamera-Segment auf Objektive von Carl Zeiss, Panasonic z:B. auf das Leica Dicomar Objektiv. Ein gutes Digitalkamera Objektiv schafft die Voraussetzung für exzellente Farbwiedergabe und deutlich herausgearbeitete Feinheiten. Darüber hinaus reduziert ein gutes Objektiv Reflexionen und liefert so ein absolut unverzerrtes Bild. Beim Digitalkamera Objektiv sollten Sie darauf achten, dass Filter oder Vorsatzlinsen anschraubbar sind, diese Funktion ist bei jeder hochwertigen Digitalkamera vorhanden, leider fehlt diese Eigenschaft bei den billien "Plastikmodellen".

Brennweite:
Ein Begriff, auf den man bei der Beschreibung einer Digitalkamera immer wieder trifft. Die Brennweite bezeichnet den Abstand zwischen der Mitte des Linsensystems und dem Film (bei analogen Kameras) bzw. CCD-Sensor (bei der Digitalkamera). Der Bildeindruck, den die Normalbrennweite erzeugt, entspricht in etwa dem des menschlichen Auges. Bei analogen Kameras beträgt sie 50 mm, bei Digitalkameras mit 1/3-Zoll-CCD beispielsweise ca. 7 mm. Mit dem optischen Zoom wird die Brennweite verändert und damit der Bildausschnitt vergrössert oder verkleinert.

Blende - Belichtungsmessung:
Mit der Blende, die ein Teil des Objektives ist, wird die Menge des einfallenden Lichts gesteuert. Die Einstellung wirkt sich so auf Bildhelligkeit und Schärfentiefe aus.In der Regel ist eine Digitalkamera mit einer Irisblende ausgestattet, die entweder stufenlos oder nach festen Blendenwerten verstellt werden kann. Die Belichtungsmessung erfolgt meist automatisch per Fotodiode (=Sensor) an der Digitalkamera. Als Belichtungsmesser dient ein digitales ESP (Electro-Selective Pattern). Damit wird mittels selektiver Mehrfeldmessung wird auch bei schwierigen Lichtverhältnissen eine optimale Belichtung erzielt. Als AE (Automatik Exposure) wird die Belichtungsautomatik bezeichnet, die die Blende automatisch auf den aus der automatischen Belichtungsmessung gewonnenen Wert einstellt. Gute Digitalkameras lassen eine Belichtungskorrektur zu. So kann bewusst durch manuelle Steuerung von der Belichtungsautomatik abgewichen werden und gewollte Unter- oder Überbelichtung erzeugt werden.

Farbtiefe:
Die Farbtiefe definiert die maximale Anzahl von Farben, die eine Digitalkamera erfassen kann. Technisch wird damit schlicht die Anzahl der unterschiedlichen Helligkeitsstufen (=Tonwerte) bezeichnet, die die Sensoren eines CCD unterscheiden können. Je größer der Wert der Farbtiefe, desto naturgetreuer wird die Detailzeichnung in allen Tonwertbereichen.Eine Echtfarbdarstellung („True Color“) kann mit einer Farbtiefe ab 8 Bits pro Grundfarbe, d. h. einer 24 Bit-Farbtiefe erreicht werden. Für die Berechnung eines Pixels stehen in diesem Fall 256 Bits zur Verfügung. Bei einem RGB-Signal wird dieser Wert mit dem Faktor 3 multipliziert, so dass insgesamt 256 x 256 x 256 Farben = 16.777.216 Farben dargestellt werden können. 24 Bit ist der Minimalwert einer hochwertigen Digitalkamera.


Zoom-Funktion:
Die Zoomfunktion dient bei der Digitalkamera der Bildausschnittswahl von Nah- und Fernmotiven. Beim optischen Zoom werden Gummilinsen gegeneinander verschoben und so die Anfangsbrennweite multipliziert. Mit dem Digital-Zoom lässt sich die zur Verfügung stehende optische Brennweite elektronisch auf das bis zu 4-fache erweitern. Dabei rechnen ständig bessere Interpolations-Algorithmen aus den Pixelpositionen neue Bildinformationen mit vergrößertem Bild aus. Allerdings läßt die Bildqualität bei digitalem Zoom schon erheblich nach, desshalb sollten Sie bei Digitalkameras einzig auf das optische Zoom achten. Ein 3-facher optischer Zoom ist der übliche Wert und entspricht etwa einer Brennweite von 35 bis 105 mm einer analogen Kleinbild-Kamera. Kameras die über einen 10-fach optischen Zoom verfügen, haben eine Brennweite von 38 bis 380 mm.

 

Kaufentscheidung:

> Achten Sie auf ein gutes und stabiles Objektiv

> Die Angabe zur Brennweite wird durch die Zoomfunktion verändert

> Eine Belichtungsautomatik steuert Blende und Belichtungsmesser optimal

> Achten Sie auf die minimale Farbtiefe von 24-Bit

> Nur das optische Zoom ist für eine gute Bildqualität massgebend

 

Focus :

Der Focus ist für die Scharfeinstellung die Grundvoraussetzung damit ein gutes Bild entsteht. Leider wird dem Thema Focus zu wenig Beachtung geschenkt. Wenn überhaupt wird der Focus nur in technischen Datenblätter erwähnt, wobei die Art des Focus die Handhabung und flexibilität der Kamera stark beeinflusst.

Fixfokus:
Der Schärfepunkt und die Blende sind fest miteinander eingestellt, das heisst, das Foto wird nur in einem vorgegebenen Entfernungsbereich scharf dargestellt. Auf diese Kamera ist Ihnen abzuraten, da der Schärfebereich sehr eingeschränkt ist und Sie den Bildabstand nicht beliebig verändern können.

Autofokus:
Der Autofocus stellt das Bild automatisch Scharf. Grundsätzlich werden zwei Methoden zur Scharfstellung angewendet.
a) Aktiver Autofocus:
Es wird dabei ein Lichtstrahl - meistens Infrarot oder bei Sonarfocus auch Ultraschallwellen- ausgesendet. Ein Sender-Empfänger-Modul ermittelt die Distanz zwischen Objekt und der Kamera. Innerhalb dieser Reichweite des Lichtstrahls stellt der Autofocus das Bild scharf. Bei durchsichtigen Hindernissen wie Fensterscheiben wird der aktive Autofocus dies erkennen und auf das Hinderniss anstatt auf das Fotomotiv scharf einstellen.
b) Passiver Autofocus:
Hier wird die Schärfeerkennung des CCD-Chip ausgenutzt. Dabei wird im Bildausschnitt nach Kontrast- oder Farbunterschieden gesucht. Die Scharfeinstellung auf dem Sensor ist genauer und exakter als die Lichtstrahlmessung. Hochwertige Kameras haben einen passiven Autofocus oder sogar eine Kombination aus Aktiv-Passiv-Autofocus.

Manueller Focus:
Hier muss die Scharfeinstellung durch den Benutzer vorgenommen werden. Durch manuelles verschieben von Linsenkombinationen und Betrachtung im Sucher wird die Entscheidung der Bildschärfe durch den Fotografen selbstbestimmt. Es ist oft von Vorteil, wenn der Focus selbst auf das Motiv ausgerichtet werden kann, und eventuelle fehlerhafte Einstellungen des Autofocus umgangen werden kann.


Kaufentscheidung:

> Vermeiden Sie die Anschaffung wenn ein Fixfokus vorhanden ist

> Eine hochwertige Kamera verfügt über eine kombination Aktiv-Passiv-Autofocus

> Fotografen mit höherem Anspruch oder Profis brauchen zusätzlich einen manuellen Focus

 

Ausstattung :

Damit eine Kamera den bestmöglichen Nutzen erbringt sind zahlreiche Zusatz-Ausstattungen notwenig. So ist ein wichtiges Argument für den Kauf einer Kamera der Bildspeicher, Akkutyp, Blitz, Schnittstellen usw. als Anforderung entscheidend.

Akkus:
Da Alkali- oder gar spezielle Fotobatterien auf Dauer recht teuer werden empfiehlt sich die Verwendung wiederaufladbarer Akkus für Ihre Digitalkamera. Achten Sie darauf, dass im Lieferumfang der Digitalkamera ein Ladegerät für die Akkus enthalten ist. Sonst übernimmt nämlich Ihre Digitalkamera die Funktion des Ladegerätes und solange sie lädt, können Sie nicht fotographieren. Nickel-Cadmium-Akkus sind zwischenzeitlich aus Umweltschutzgründen nicht mehr erlaubt. Ideal für die Digitalkamera sind stattdessen Ni-MH-Akkus (Nickel-Metall-Hybride) im AA-Batterieformat (=Mignon). Vorteil: Sollten Sie doch mal mit leeren Akkus dastehen, können Sie Ihre Digitalkamera immer noch mit nicht wiederaufladbaren Batterien bestücken. Lithium-Ionen-Akkus sind heute Standard und haben eine besonders hohe Energiedichte. Allerdings sind sie meist auf das Format der jeweiligen Digitalkamera zugeschnitten. Hier ist ein zweiter Satz Akkus wichtig, damit Sie nicht wegen leerer Akkus Ihre Digitalkamera wieder wegstecken müssen.

Blitzgerät - Blitzleitzahl - Blitzsynchronisation:
Das Blitzgerät erzeugt in Sekundenbruchteilen eine große Lichtmenge. Bei geringem Umgebungslicht soll damit das Motiv zeitgleich mit der Belichtung (Verschlussöffnung) der Digitalkamera beleuchtet werden. Hochwertige Blitzgeräte arbeiten mit Gasentladungsröhren. Microprozessorgesteuerte Biltzgeräte (Digitalblitz oder Computerblitz) können ihre Beleuchtungsintensität mit einem auf das Motiv gerichteten Sensor messen und die Intensität (Blitzleitzahl) automatisch auf den optimalen Wert einstellen. .Die Blitzleitzahl stellt einen Wert für die maximale Lichtabgabe eines Blitzgerätes dar, und nimmt dabei Bezug auf eine Filmempfindlichkeit von ISO 100.
In die Digitalkamera integrierte Miniatur-Blitzgeräte haben eine Blitzleizahl von 10 - 20, Kompaktblitzgeräte 20 – 40, und die bei Berufsfotografen eingesetzten Stabblitzgeräte weisen eine Leitzahl von 45 – 60 auf. Die Blitzsynchronisation ist ein Feature, das die Öffnung des Verschlusses der Digitalkamera mit der Leuchtzeit des Blitzgerätes synchronisiert. Idealerweise ist es möglich, die Blitzdauer exakt auf die Zeit zwischen Verschlussanfang und Verschlussende zu einzustellen. Um bei Personenaufnahmen den "Rote-Augen-Effekt" zu vermeiden wird ein Vorblitz eingesetzt. Über diese Funktion verfügen heute praktisch alle hochwertigen Digitalkameras.

Bildspeicher und Zwischenspeicher:
Billig Kameras haben meisstens nur einen internen Bildspeicher (meisst 8 MB) . Ob eine Speicherkarte als externer Zusatzspeicher im Lieferumfang enthalten ist zu prüfen. Ohne Speicherkarte keine Übertragung für eine spätere Bildbearbeitung.
Der Zwischenspeicher wird in der Regel bei digitalen Spiegelreflexkameras verwendet. Er wird auch als Bufferspeicher für grosse Bilder verwendet bevor die Bilder auf die langsamere Speicherkarte übertragen wird.

Speichermedien:
Zum Speichern der Bilddateien dienen im Bereich Digitalkamera die sogenannten Speicherkarten. Am häufigsten trifft man auf Compact-Flash-Cards, die heute die Smart-Media-Cards im Prinzip abgelöst haben.. Sony setzt auf die Eigenentwicklung Memory Stick, dessen Bedeutung allerdings eher rückläufig ist. Daneben setzt sich auch die SD-Card (SecureDigital-Card) als Nachfolger der in Jahre gekommenen MultiMedia-Card immer stärker durch. Als neuestes Speicherkarten-Format beginnt sich schließlich die xD-Picture-Card zu etablieren, allerdings zunächst nur bei den Digitalkamera-Modellen der xD-Entwickler Olympus und Fujifilm.

Bildstabilisator:
Jede moderne Digitalkamera ist mit einem Stabilisator ausgestattet. Dieser dient dazu, unvermeidliche Wackelbewegungen bei einer freihändigen Aufnahme ohne Stativ auszugleichen. Dieser sogenannte Bildstabilisator kann als elektronischer oder als optischer Stabilisator ausgeführt sein. Beim optischen Stabilisator geschieht der Ausgleich durch Magnetfelder oder schwimmende Linsen, die den Bewegungen der Digitalkamera sensorgesteuert entgegenlaufen. Im Bereich Digitalfoto setzt sich jedoch mehr und mehr der elektronische Bildstabilisator durch. Dabei wird ein CCD mit großer Pixeldichte dazu genutzt, den Bildausschnitt festzuzurren und ihn in dafür vorgesehene Randbereiche des CCD zu verlagern. Der Ausgleich der Wackelbewegungen der Digitalkamera geschieht dann letztlich microprozessorgesteuert.

PC-Vernetzung:
Digitalkameras sind einfach über USB oder Bluetooth (Standard für kabellose Verbindung) an den PC anschließbar. Sony hat zur Verbindung von Digitalkamera zu PC die i.Link-Schnittstelle entwickelt. Die Nachberarbeitung der Bilder kann dann am PC erfolgen, z.B. mit dem Programm Photoshop.
Bei der USB-Schnittstelle achten Sie bitte auf die Versionsangabe 2.0 welche eine viel schnellere Datenübertragung erlaubt. Hinweis: 2.0-Kompatibel ist nur eine Werbegag, es muss unbedingt der 2.0-Standard sein.

Video-Funktion:
Fast jede Digitalkamera kann auch kurze digitale Videos aufzeichnen. als Formate werden AVI, MPEG oder QuickTime verwendet. Die Auflösung ist allerdings bescheiden, die Bildfrequenz ist meist zu niedrig (15 bis 20 Bilder je Sekunde sollten es mindestens sein), Verwacklungsschutz fehlt und die Fokusierung kommt meist nicht mit. Hinzu kommt, dass die meisten Digitalkameras schon nach kurzer Zeit abbrechen, selbst wenn der Speicher noch nicht voll ist. So ist dieses Feature eher als "Nice-to-have" zu bezeichnen und weniger eine sinnvolle funktionale Ergänzung für eine Digitalkamera.

 

Kaufentscheidung:

> Die Speicherkapazität von externem Speicher sollte mindestens 32 MB betragen

> Ein interner Speicher oder Zwischenspeicher ist für grosse Bilder und Videoaufnahmen

> Nachtaufnahmen oder Partybilder erfordern oft einen Zusatzblitz

> Jeder Akkutyp hat Vor- und Nachteile die nach Ihren Bedürfnissen gewählt sein müssen

> Achten Sie auf USB-2.0-Schnittstelle